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Die
Grafschaft Bentheim in der Geschichte
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Ein
Haus aus der Bronzezeit
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dem Sommer 2005 gibt es in Uelsen einen "Bronzezeithof". Er wurde im Feriengebiet
errichtet, in der Nähe des Blekker-Hofes. Zu
diesem Hof kam es so: Am Riedberg in Uelsen sollte ein Neubaugebiet entstehen. Ein Anwohner fand
dort einige
Tonscherben und auffällige
dunkle Flecken im rötlich-gelben Erdreich. Er vermutete gleich, dass
dies Überreste aus längst vergangenen Zeiten waren. Und tatsächlich:
Hier waren vor langer Zeit Tote beerdigt worden. |
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Der
Bronzezeithof in Uelsen - Bild: GBiU |
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Die herbeigerufenen
Wissenschaftler bargen schließlich mehr als 100 Tongefäße .
In diesen Gefäßen hatte man in der Zeit zwischen dem 11. und 6. Jahrhundert v. Chr.,
also vor etwa 2500 bis 3000 Jahren, die
Asche von Verstorbenen beerdigt. Diese Zeit nennt man die Spätbronzezeit. |
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Als
Bronzezeit bezeichnen wir die Zeit, in der erstmals Werkzeuge aus Bronze hergestellt wurden.
Die
Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Bronze lässt sich
schmelzen, gießen und hämmern und kann zu Schmuck, Waffen, Geräten und Gefäßen verarbeitet
werden. Die Bronzezeit lässt sich in Mitteleuropa in drei "Epochen"
einteilen: Frühbronzezeit (ca. 2200-1500 v.Chr.) Mittelbronzezeit (ca. 1500-1300 v.Chr.)
Spätbronzezeit (ca. 1300-800 v.Chr.) |
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Dieser
Fund der Urnen in Uelsen passte zu anderen Erkenntnissen. Man wusste, dass die Grabhügel, die man zum Beispiel am
Spöllberg in Gölenkamp und bei den "Söven Pöllen" in Getelo findet,
ebenfalls in der Bronzezeit angelegt wurden.
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Die
Grabhügel am Spöllberg in der Gemeinde Gölenkamp entstanden in der Bronzezeit
- Bild: GBiU
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Schließlich
beschloss man in Uelsen, an diese Zeit mit einem Bronzezeithaus zu erinnern.
Beim
Bau wurden 40 - 50 Jahre
alte Eichenstämme aus dem Harz verwendet. Die Pfosten wurden zunächst im Feuer
angekohlt und so vor dem Verfaulen geschützt. Sie wurden dann in den
Boden eingegraben und verkeilt. Es gibt kein Fundament. Das Haus ist etwa 20 Meter
lang. Man verzichtete auf modernes Baumaterial, statt mit Nägeln wurde der
Dachstuhl vornehmlich mit Seilen stabilisiert.
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Das
Haus ist etwa 20 m lang und wurde aus Eichenstämmen und Riet errichtet -
Bild: GBiU
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Die Seitenwände bestehen
aus Flechtwänden mit Lehmputz. Die Flechtwände wurden aus Weidenruten
hergestellt. Der Putz ist eine Mischung aus Lehm, Sand und Hanf. Der Boden des
Hauses besteht aus gestampftem Lehm.
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Die
Seitenwände bestehen aus einem Flechtwerk, das mit Lehm verschmiert wurde -
Bild: GBiU
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Das
Dach ist aus Riet gefertigt. Das Material stammt aus Masuren in Polen.
Es wurde rund 1400 Bündel Riet verarbeitet. Das ergab eine etwa 30 - 40
Zentimeter dicke Dachschicht. Man geht davon aus, dass das Dach rund 60
Jahre lang halten wird. Unter dem Dach eines Hauses der Bronzezeit
lebten die Menschen und im Winter auch die Tiere, die sie hielten.
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Die
Menschen benutzten in früheren Zeiten vorwiegend das Material, das sie in der Natur fanden
- Bild: GBiU
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Im
Inneren wird manchmal ein offenes Feuer entzündet. Über dem Feuer hat man - so
wie die Menschen vor 3000 Jahren - das Fell eines Rindes aufgespannt. Damit
sollen Funken aufgefangen werden, damit sich das Dach nicht entzündet. Der
Rauch zieht durch Öffnungen an den Giebelseiten ab. In einem solchen Haus war
es wahrscheinlich nur 5 Grad wärmer als draußen, nur am Feuer konnte man sich
wärmen.
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Das
Fell schützt vor Funkenflug ...
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...
und der Rauch zieht durch Öffnungen im Giebel ab
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Bilder:
GBiU
Da
die Menschen vor 3000 Jahren keine schriftlichen Aufzeichnungen oder Bilder
hinterlassen haben, ist nicht ganz sicher, ob ihre Häuser wirklich so
ausgesehen haben. In
der Nähe des Hauses wurden inzwischen ein Backofen, ein Räucherofen, ein
Steinbohrer, ein Teich und ein überdachter Werkplatz errichtet. Man möchte
durch Experimente und Nachmachen herausfinden, wie diese Menschen gelebt haben.
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