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Die
Grafschaft Bentheim in der Geschichte
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Das
Capricorn von Emlichheim
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Im
Herbst 1935 fand der Emlichheimer Bauer Adolf Wilde eine Tierdarstellung
aus Bronze. Der Fundort lag auf einem Acker an einer Stelle, an der die
Vechte eine Schleife beschreibt. Die Bronzefigur war etwa 14 cm lang.
Der vordere Teil stellt ein springendes Tier mit Hörnern dar, während
der anschließende Leib Fischgestalt aufweist. |
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Das
Capricorn von Emlichheim
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Die
Untersuchung des Fundes ergab, dass es sich um ein Feldzeichen der 22.
römischen Legion handelte. Diese Legion mit dem Beinamen "Primigenia"
war im Jahr 39 nach Chr. vom damaligen Kaiser Caligula aufgestellt
worden. Sie war anfangs in Mainz stationiert und wurde später nach
Xanten verlegt. In den Jahren 69 und 70 war die Legion gegen die
aufständischen Bataver im Einsatz. Im 2. Jahrhundert nahm sie am Bau
des Antoninuswalls in Schottland teil. Symbole der Legion waren ein
Steinbock und der Gott Herkules. |
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In der Zeit
des Kaisers Augustus versuchten die Römer, "Germania Magna",
das Gebiet zwischen Rhein und Elbe zu erobern. Dieser Versuch scheiterte
schließlich, nachdem der Feldherr Varus drei Legionen durch einen
germanischen Überfall im Jahr 9 n. Chr. verloren hatte. Die nach Varus
benannte Schlacht soll bei Kalkriese in der Nähe von Bramsche
stattgefunden haben. |
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Man vermutet, dass
die Römer auch nach der verlorenen Varusschlacht immer wieder Kriegszüge in
das Gebiet rechts des Rheins unternahmen. 2008 wurde ein antikes Schlachtfeld im
Ort Kalefeld im Harz entdeckt. Dort hatte rund 200 Jahre nach der Varusschlacht
ein weiteres Gemetzel stattgefunden. Ob Römer allerdings jemals das Gebiet der
heutigen Grafschaft betreten haben, ist mehr als ungewiss. Es ist allenfalls
denkbar, dass bei den römischen
Vorstößen auch die Vechte eine Rolle
gespielt hat. Flüsse waren willkommene Transportwege.
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Wir wissen nicht, wie
das Capricorn nach Emlichheim gelangte. Denkbar ist, dass es bei kriegerischen
Auseinandersetzungen in germanische Hände fiel. Denkbar ist auch, dass es durch Handel oder
als Souvenir eines Germanen, der sich in römische Dienste begeben hatte, in
unsere Gegend gelangte. Denkbar ist schließlich auch, dass es über Yjssel und
Vechte per Schiff hierher kam und z. B. während eines Feldlagers am Ufer der
Vechte verloren ging. Man kann allerdings auch nicht ausschließen, dass es erst
in späterer
Zeit auf den Acker des Bauern Wilde gelangte.
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Quelle: D. Krumbein, Das Wappentier der XXll
Legion, in: Kunde 5, 1937
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