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Die
Grafschaft Bentheim in der Geschichte
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Stadtrechte für
Schüttorf
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Vor
ungefähr 600 bis 700 Jahren lebten in Schüttorf etwa 200 bis 250
Einwohner. Alte Urkunden aus dieser Zeit nennen Namen, die auf einen
Beruf hindeuten: Von einem Johannes Koperslagere (Kupferschläger) ist
die Rede, ebenso von einem Hermann Ledersniedere (Lederschneider), auch
ein Schmied, ein Getreidehändler, ein Schneider, ein Pelz- und ein
Harnischmacher, ein Schuster und ein Müller werden genannt. Den rector
scholarum Johann würden wir heute als Lehrer bezeichnen. |
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Schüttorf bekam 1295
Stadtrechte verliehen - Bild: GBiU |
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Diese
Einwohner des Ortes verfügten über wichtige Kenntnisse und Talente. Um sie an
diesen Ort zu binden, gestand ihnen der Bentheimer Graf besondere Rechte zu.
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Im
Jahr 1295 unterzeichnete Graf Ecbert von Bentheim eine Urkunde, die die
Rechte der Bürger von Schüttorf näher beschrieb:
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Sie
mussten keine Steuern zahlen.
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Zwei
Drittel der Einkünfte des Gerichts Schüttorf standen ihnen zu.
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Während
der Nachlass eines Bauern in der Umgebung bei seinem Tode zu einem
erheblichen Teil an den Grafen fiel, konnten die Bürger von
Schüttorf über ihre vererbbaren Güter frei verfügen. Wenn
allerdings kein Erbe vorhanden war, fiel alles dem Grafen zu.
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Wenn
sich jemand mehr als ein Jahr und sechs Wochen hier aufgehalten
hatte, galt er als frei. Damit unterschied er sich deutlich von den
unfreien, hörigen Bauern in der Umgebung.
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Als
Händler von Torf und Holz mussten die Bürger keine Abgaben
entrichten.
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Im
Übrigen genossen die Schüttorfer die gleichen Rechte wie die
Bürger der Stadt Münster.
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Man
bezeichnet diese Rechte als Stadtrechte und Schüttorf betrachtet sich
seitdem als älteste Stadt der Grafschaft Bentheim. Dazu gehörte auch,
dass sich die Stadt durch Bürgermeister, Ratsherren und Schöffen
selbst verwaltete. Nur der Richter wurde weiterhin vom Grafen bestimmt.
Urkunden, die im Namen der Stadt ausgestellt wurden, waren durch ein
eigenes Siegel beglaubigt. |
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Diese Rechte führten
vermutlich zu einem gewissen Wohlstand in der Stadt. Ihn galt es zu sichern.
Deshalb umgaben die Bürger von Schüttorf ihre Stadt mit einer Mauer, einem
Graben und einem Wall. Die Stadtmauer von Schüttorf war schließlich 1.400 m
lang, bis zu 10 Meter hoch und 1 bis 2 Meter dick. Sie umfasste eine Fläche von
15 Hektar. Man hat ausgerechnet, dass für ihren Bau etwa 30.000 Kubikmeter
Bentheimer Sandstein angefahren werden mussten.
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Die Stadtmauer von Schüttorf
war einmal 1400 m lang - Bild: GBiU
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In der Mauer gab es
die Voeporte, durch die ein Weg nach Nordhorn führte, die Steenporte in
Richtung Bentheim und die Wyneporte nach Osten, die durch eine mit einer Winde
versehene Zugbrücke zusätzlich gesichert war.
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Quelle: Heinrich Voort, 700 Jahre
Stadtverfassung in Schüttorf, in: Voort, 700 Jahre Stadt Schüttorf, Beiträge
zur Geschichte 1295 - 1995, S. 9 ff
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