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Die Grafschaft Bentheim in der Geschichte |
Gefreiter Gerhard Strootmann |
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Als der Soldat Gerhard Strootmann starb, war er gerade 21 Jahre als. Sein Vater stammte aus Lage und seine Mutter aus Neuenhaus. Die Familie lebte in der Nähe von Dortmund, kehrte jedoch während des Krieges nach Lage zurück. Gerhard
Strootmann
wurde am 26. Juli 1921 geboren. Er war ein begabter Schüler, hatte das
humanistische Gymnasium Lohr a. M. besucht und dort sein Abitur abgelegt.
Als Hitlers Krieg begann, war er gerade 18 Jahre alt. Er nahm zunächst am
Krieg gegen Frankreich teil und wurde später nach Russland verlegt. Er
schrieb zahlreiche
Briefe aus dem Krieg an seine Eltern und Freunde erhalten. Einige Auszüge: 16.
9. 1941 –
Liebe Eltern und Geschwister! Euer liebes Päckchen mit dem Tabak und dem
Drops ist endlich angekommen. Erhielt es gerade vorne im Schützengraben,
als wir schon 3 Tage nichts mehr zu rauchen hatten. Die Freude war natürlich
riesengroß. Inzwischen sind wir mal wieder ein paar Tage vorne abgelöst
worden. … Also mir geht es noch gut. Haben wieder einige sehr schwere
Tage hinter uns. Bin aber bis jetzt noch überall gut herausgekommen und Läuse
habe ich auch noch nicht. Gerade hat hier wieder ein deutscher Jäger
einen russischen Bomber abgeschossen. Das geht immer rasend schnell. Ein
kurzer Feuerstoß, und schon folgen Rauchfahne und Absturz. … 19.
9. 1941 -
… Es geht mir ganz gut. Liegen seit ein paar Tagen in Ruhe. In diesen
Tagen können wir uns mal wieder richtig waschen, rasieren und unsere
„Klamotten“ sauber machen. Außerdem können wir mal wieder herrlich
auf Stroh in einer russischen Hütte schlafen. Abends sitzen wir gemütlich
beisammen, singen und denken an die Heimat und an vergangene Zeiten, während
draußen der Wind mit Stärke 12 eiskalt um die Ecken pfeift. Viel Regen
und sehr kalt. So wird das Wetter hier wohl bleiben jetzt. … 29.9.
1941 - …
Es ist jetzt 2 Uhr nachts und ich sitze hier in einer zusammengefallenen
russischen Hütte, zurzeit als Wachhabender. Unsere Kompanie ist jetzt
Divisionsreserve. Bei dieser Gelegenheit müssen wir nachts einige Bunker
gegen russische Heckenschützenüberfalle bewachen. In der Feuerstelle
liegt ein großer Balken, der mir Licht zum Schreiben gibt und den Raum
hier wärmt. Draußen ist es schon sehr kalt. Weit vor uns knattern die
MGs, unterbrochen von den Abschüssen und Einschlägen der Artillerie. An
uns vorbei auf der Rollbahn hören die Kolonnen nicht auf. Nach der großen
Schlacht bei Kiew geht es jetzt hier zur letzten Entscheidung. Der große
Angriff wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. … Am
16. Februar 1942 teilte Kompanieführer Hauptmann Koppenhagen dem Vater
mit, dass Gerhard Strootmann gefallen war.
Der Brief hat diesen Wortlaut: In
dem Gefecht bei Bardeno (Russland) am 4. Februar 1942 fiel Ihr Sohn in
soldatischer Pflichterfüllung getreu seinem Fahneneide für das
Vaterland. Ich spreche Ihnen, zugleich im Namen seiner Kameraden, meine wärmste
Anteilnahme aus. Die Kompanie wird ihm stets ein ehrendes Andenken
bewahren. Möge die Gewissheit, dass Ihr Sohn sein Leben für die Größe
und den Bestand von Volk, Führer und Reich hingegeben hat, Ihnen ein
Trost in dem schweren Leid sein, das Sie betroffen hat. Ich grüße Sie in
aufrichtigem Mitgefühl. |
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Das Denkmal an die Gefallenen des 2. Weltkriegs in Lage nennt u. a. Gerhard Strootmann. Er war einer von 34 jungen Männern aus Lage, die im 2. Weltkrieg umkamen. Das Denkmal gedenkt der "Opfer des zweiten Weltkrieges". Diese Sicht wurde in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg von vielen nicht geteilt. Viele Inschriften auf anderen Denkmälern sind immer noch der lange nachwirkenden "Helden"-Ideologie früherer Zeiten verhaftet. |
| Quelle: Lage - Geschichte und Geschichten, herausgegeben von der "Arbeitsgruppe Dorfchronik" im Dezember 2008 |